Angehörige und Zugehörige
"Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie."
Adolph Kolping
Was unter Angehörigen gemeint ist, ist für jeden sicher klar. Unter Zugehörigen werden nahestehende Personen bzw. Freunde verstanden, welche eine enge nicht verwandtschaftliche Verbindung zum Bewohner, zur Bewohnerin haben.
Die Wichtigkeit der Zusammenarbeit aller Bereiche im Wohn- und Pflegeheim mit den Angehörigen und Zugehörigen und ihre Miteinbeziehung in die Betreuung und Pflege ist im ganzheitlichen Konzept HPCPH verankert. Gerade in der Psychosozielen Betreuung tragen Angehörige und Zugehörige einen wesentlichen Teil bei.
Ihr Dasein, ihr Besuch gibt den Esprit – die Lebensfreude, die unsere Bewohnerinnen und Bewohner durch ihren letzten Lebensabschnitt trägt.
Wir sind immer von Herzen dankbar für ihr Engagement – vom Heimeinzug bis zur Begleitung am Lebensende.
Besonders aber auch, wenn Angehörige oder Zugehörige mit ihren Lieben raus ins Freie gehen. Durch die vielen Sinnesanregungen, durch die Begegnungen mit anderen Menschen, die Sonne und frische Luft wird nicht nur die körperliche Fitness gefördert, sondern auch das geistige und seelische Gleichgewicht erhalten. Die Außenaktivierung ist gesetzlich vorgeschrieben.

Sehr viel Freude und Leben bringen auch die Enkel und Urenkelkinder ins Heim. Für sie ist es Lebensschule! Wir alle werden im Leben mit diesen Herausforderungen umzugehen lernen müssen, früher oder später. Kinder können besser damit umgehen, als wir meinen, wenn sie in die Begleitung von Oma und Opa mit eingebunden werden. Sie werden sich später in der Begleitung ihrer eigenen Eltern leichter tun. Wir ermutigen sehr, die Kinder mitzubringen. Eine kleine Spieleecke ist zu diesem Zweck auch eingerichtet.
Angehörige und Zugehörige brauchen auch eine gute fachliche Begleitung, um mit den herausfordernden Situationen umzugehen. Eine gute Zusammenarbeit ist hier Voraussetzung um der Bewohnerin, dem Bewohner ein gutes Leben im Heim zu ermöglichen. Gerade in der Sterbephase ist eine Hospizbegleitung nicht nur für den Bewohner oder die Bewohnerin hilfreich, sondern auch, um den trauernden Angehörigen oder Zugehörigen zu begleiten.
Ein Angehörigenabend mit kleinen Vorträgen und einem gemütlichen Beisammensein jedes Jahr im Herbst soll das Miteinander zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Angehörigen und Zugehörigen fördern.
Jährlich findet eine Erinnerungsfeier für unsere im letzten Jahr verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohner statt. Zu dieser Erinnerungsfeier werden die Angehörigen und Zugehörigen und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen.
Die Arbeit mit und für Angehörige und Zugehörige ist seit 2023 im Konzept „Angehörigenarbeit“ inklusive verschiedener Standards verankert, nachdem wir uns richten.
Diverse hilfreiche Broschüren in der Begleitung alter und kranker sowie sterbender Menschen liegen im Wohn- und Pflegeheim, beim Haupteingang, zur Entnahme auf.
Anna Oberwalder DSOB/A

EIN ERFAHRUNGSBERICHT VON ANGEHÖRIGEN EINER BEWOHNERIN
"Vielen herzlichen Dank, dass ihr eure wertvolle Erfahrung mit uns und anderen Angehörigen und Zugehörigen teilt!"
Aller Anfang ist schwer…
Dieser Spruch geht einem sicher öfters im Leben durch den Kopf – auch uns, als unsere Mami Anfang dieses Jahres in das Wohn- und Pflegeheim Wildschönau übersiedelte. Schwer wurde uns dieser Neubeginn aber nicht gemacht. Bereits beim ersten Betreten spürten wir die freundliche Atmosphäre im Haus. Von allen Seiten hörten wir immer wieder ein fröhliches: „Schön, dass du da bist!“
Wir wurden bestens über die Abläufe im Heim informiert, wobei nach Möglichkeit sehr auf die individuellen Gewohnheiten der Bewohner Rücksicht genommen wird. Auch die Zimmer können mit persönlichen Gegenständen verschönert werden.
Ein großes Lob gebührt allen MitarbeiterInnen, angefangen von der Pflege über die hausärztliche Versorgung, die Küche, Wäscherei bis zur Reinigung, die sich täglich um das Wohlbefinden der Bewohner kümmern.
Es ist für uns eine große Erleichterung und Freude, unsere Mami gut betreut zu wissen. Durch die tägliche Motivierung nimmt sie wieder viel aktiver am Leben teil. Auch die vielen Besuche bringen eine willkommene Abwechslung in den Alltag. Eine wertvolle Unterstützung sind hier die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, welche durch Spaziergänge, Kartenspiele, Gespräche, gemeinsames Singen usw. regelmäßig die Nachmittage kurzweiliger gestalten. Im Sommer gehören dazu die vielgeliebten Ausflüge und das ganze Jahr über die diversen Feierlichkeiten, ganz nach dem Motto „Man soll die Feste feiern wie sie fallen!“
Kürzlich meinte einmal eine Besucherin: „Wenn mir zu Hause mal langweilig ist, gehe ich einfach auf einen Sprung ins Altersheim, da ist immer was los.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Und wie man sieht: Nicht jeder Anfang muss schwer sein :-)
Text: Familie Zellner

