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Schmerzmanagement

„Schmerz verstehen. Gezielt lindern. Lebensqualität erhalten."

Christine Maria Eder, Pain Nurse, DGKP

Durch ein professionelles Schmerzmanagement fördern wir die Lebensqualität unserer Bewohnerinnen und Bewohner und stärken gleichzeitig ihre Mobilität sowie kognitiven Fähigkeiten. Schmerzlinderung ist dabei unser zentrales Ziel.

Ganzheitlicher Ansatz

Ein wirksames Schmerzmanagement ist ein laufender Prozess, der regelmäßige Evaluierungen erfordert. Die enge Zusammenarbeit zwischen Pflege, Physiotherapie sowie HausärztInnen und FachärztInnen bildet die Grundlage für eine gezielte und individuelle Behandlung.

Individuelle Schmerzbeurteilung

Die genaue Einschätzung der Schmerzart ist entscheidend für die richtige Therapie. Dazu zählen unter anderem:

  • akute und chronische Schmerzen
  • neuropathische Schmerzen
  • Tumor- und Gefäßerkrankungen (inkl. Ischämieschmerzen)
  • psychosomatische Schmerzen

Die medikamentöse Behandlung umfasst eine Basistherapie sowie Bedarfsmedikation bei Schmerzspitzen. Bei Bedarf arbeiten unsere HausärztInnen mit der Schmerzambulanz Kufstein und dem mobilen Palliativteam Kufstein zusammen.

Besonderheiten im Alter

Schmerzen bei geriatrischen Menschen erfordern besondere Aufmerksamkeit. Aufgrund von Mehrfacherkrankungen und Polypharmazie ist eine sorgfältige Abwägung zwischen Wirkung und Nebenwirkungen notwendig. Die Selbsteinschätzung unserer Bewohnerinnen und Bewohner ist der Goldstandard.

Bei Menschen mit Demenz äußern sich Schmerzen oft indirekt, etwa durch Unruhe oder Verhaltensveränderungen. Daher nutzen wir standardisierte Schmerzskalen, wie zum Beispiel die BESD-Skala. Bei Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Demenz können Schmerzen meist nicht sicher ausgeschlossen werden, daher ist ein angepasstes Schmerzmanagement durchzuführen. Die medikamentöse Therapie erfolgt nach dem Grundsatz: „Start low, go slow."

Nichtmedikamentöse Maßnahmen

Ergänzend setzen wir gezielt auf nichtmedikamentöse Maßnahmen:

  • psychosoziale Betreuung, Validation
  • Aktivierung und Mobilisierung
  • Einbindung von Angehörigen und Zugehörigen
  • Auf Wunsch wöchentliche Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie
  • etc.

Zusätzlich kommen unterstützende Anwendungen zum Einsatz:

  • altbewährte Wickel, wie zum Beispiel Topfen bei Entzündungen
  • Wärmeauflagen mit Kirschkernkissen bei Nacken- und Kreuzschmerzen
  • Aromapflegeöle und beruhigende Waschungen (z. B. mit Lavendelöl)

Diese Maßnahmen tragen wesentlich zum Wohlbefinden und zur Schmerzlinderung bei.

Sicherheit in Krisensituationen

Im Zuge des Vorsorgedialoges wird auch ein individueller, medikamentöser Maßnahmenplan erstellt. Dieser beinhaltet auch konkrete Schritte zur Schmerzbehandlung in akuten Krisensituationen bzw. in der Sterbephase, da oftmals im Vorsorgedialog-Gespräch als Wunsch oder Ziel „Schmerzfreiheit" bzw. „Schmerzlinderung" geäußert wird. So ist eine schnelle, gezielte und sichere Versorgung gewährleistet.

Christine Maria Eder, DGKP
Pain Nurse – Schmerzmanagement